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Inspiration

Sideboard mit Altholz-Eiche

Eiche ist nicht gleich Eiche. Setzt man das robuste, dauerhafte und wertvolle Holz im Möbelbau gekonnt als Akzentfläche ein, wird es zu einem ganz besonderen Eyecatcher innerhalb eines modernen Wohnumfelds. Besonders gut macht sich hierbei Altholz, das schon ein bewegtes Leben hinter sich hat: Fachmännisch bearbeitet und stilsicher eingebunden kann es zu überraschendem neuem Leben erwachen – fernab von stilistischen Entgleisungen, für die Eichenholz nur allzu oft herhalten musste. Wir treten den Beweis an.

Seit Jahrhunderten steht die Eiche für Stärke und Ausdauer, Langlebigkeit und Werthaltigkeit. Eichenlaub und Eicheln haben einen festen Platz in der Heraldik und auf Münzen, Eichenholzmöbel gelten traditionell als überdurchschnittlich wertvoll und dauerhaft. Das hat seinen Grund nicht zuletzt darin, dass Eichenholz verhältnismäßig langsam wächst. Erst ab einem Alter von über 150 Jahren wird die Eiche für die Herstellung hochwertiger Massivholzmöbel interessant. Bei fachgerechter Pflege sind diese Möbel tatsächlich nahezu ewig haltbar. 

Längst vorüber sind jedoch die Zeiten, in denen sowohl auf dem Lande als auch in städtischen Wohnungen wuchtige Möbel aus Eiche einen gewissen Wohlstand zum Ausdruck bringen sollten. Die typische „Eiche rustikal“-Optik der Nachkriegsjahre, gern begleitet von ebenso typischer Jagdhausromantik bei Polstern und Wandgestaltung, gilt inzwischen als überkommener Ausdruck eines plumpen und rückschrittlichen Stilempfindens. Kein Wunder, denn die nur allzu häufig mit billigem Furnier am Fließband hergestellten Möbel erinnern in ihrer Formgebung eher an das düstere Interieur mittelalterlicher Burgen als an moderne Raumgestaltung. Selbst ein kleines Sideboard wirkt schnell wie eine klobige mittelalterliche Truhe. 

Dennoch ist die Eiche nach einer relativ kurzen Auszeit inzwischen zurück in Deutschlands Wohnungen. Allerdings wird das robuste und sehr lebendig strukturierte Holz heute sehr viel eleganter und vielfältiger eingesetzt als vor sechzig Jahren. Dezente Applikationen und Materialmixturen sorgen bei Massivholzmöbeln für abwechslungsreiche, elegante Formen und Designs. So kommen die Vorzüge des hochwertigen Eichenholzes ebenso wie seine attraktive Maserung voll zur Geltung. 

Besonders interessant finden wir dabei die Verwendung von Altholz. Manchmal mehrere Jahrhunderte alte Eichenbalken, die es bei uns im Odenwald noch zu finden gibt, können durch Handwerkskunst und Stilsicherheit zu völlig neuem Leben erweckt werden.

Ein Beispiel hierfür ist dieses Sideboard aus unserer Werkstatt. Durch die Kombination aus weißem Korpus und sparsam eingesetztem Altholz zur Verblendung der Schubladen wirkt es rundum edel und hochwertig. Die komplett auf Gehrung verleimten Ecken des Sideboards mit ihrer sehr dünnen sichtbaren Kante unterstreichen und belegen die Hochwertigkeit. 

Seinen Platz gefunden hat unser Sideboard nicht weit von unserer Werkstatt entfernt im offenen Wohnbereich eines Landhauses. Dort unterstreicht es im Zusammenspiel mit einem alten Boden aus Naturstein dezent die behagliche Wohnatmosphäre des Hauses und zeigt sich offen für zahlreiche Kombinationen mit anderen Einrichtungs- und Dekogegenständen.

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Qualität

Einbauküche für einen städtischem Altbau

Häuser in mittelalterlich geprägten und noch weitgehend unveränderten Altstadtvierteln haben einen ganz besonderen Charme. Gleichzeitig sind bei einer Sanierung solcher Altbauten besonders kreative Lösungen gefragt – ganz besonders in der Küche: Die Eigentümer stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die mit konventionellen Ansätzen kaum zufriedenstellend zu bewältigen sind. Mit unserer langjährigen Erfahrung stellen wir sicher, dass auch hier alle Einrichtungswünsche optimal und ohne Kompromisse umgesetzt werden können. 

Das Gerberbachviertel gilt dank seines weitgehend unverbauten Ensembles aus mehrere Jahrhunderte alten Häusern mittlerweile als besondere Perle und touristisches Highlight der „Zweiburgenstadt“ Weinheim an der Bergstraße. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich das Stadtviertel mit seinen engen Gassen vom Armeleuteviertel zum gefragten Wohnquartier gemausert, das Bewohner wie Besucher mit seinen eng beieinander liegenden, inzwischen meist liebevoll restaurierten Häusern bezaubert.

Auch im Inneren versprühen die kleinen, gemütlichen Altstadthäuser mit ihren kleinen Räumen und niedrigen Decken einen ganz besonderen Charme. Gleichzeitig stellen sie die Eigentümer bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen jedoch vor ungewöhnliche Herausforderungen. Die im Laufe der Zeit nachträglich nach oft sehr pragmatischen Gesichtspunkten eingebauten Wasser- und Stromleitungen laufen oft nicht dort, wo man es sich heute wünschen würde. Wurde das Haus in den vergangenen Jahrzehnten mit einer öl- oder gasbefeuerten Zentralheizung ausgestattet, dann nehmen die Radiatoren in den ohnehin sparsam geschnittenen Räumen wertvollen Platz in Beschlag und setzen einer Raumgestaltung nach heutigen Vorstellungen zusätzliche Grenzen. 

Besonders spürbar wird dies in der Küche: Galt sie bis vor nicht allzu langer Zeit als reiner Funktionsraum, in dem man sich mit den vorgefundenen Gegebenheiten arrangierte, stellt man heute hohe ästhetische Ansprüche. Zudem will eine Vielzahl moderner Elektrogeräte, von denen man früher nur träumen konnte, untergebracht werden. 

Im Gegensatz zur klassischen Wohnküche auf dem Land, die meist entsprechend Platz und Möglichkeiten bietet, waren Küchen in Stadthäusern schon immer und bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sehr eng geschnitten, denn Wohnraum war ein kostbares Gut. Selbst die von 100 Jahren als extrem fortschrittlich und funktional geltende „Frankfurter Küche“, wie sie im Ernst-May-Haus in Frankfurt noch im Original zu betrachten ist, kann modernen Ansprüchen nicht mehr genügen. Mit Kreativität und guten Ideen lässt sich jedoch auch eine solche Küche geschmackvoll und ohne Stilbruch auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen. 

Die Küche im Weinheimer Gerberbachviertel ist ein idealtypisches Beispiel. In einer nur 3,5 Meter langen Küchenzeile haben wir hier alles Nötige komfortabel untergebracht. Der Schlüssel hierzu ist vor allem eine überaus durchdachte Schubladeneinteilung. Sie gewährleistet, dass der knapp bemessene Platz überall vollständig ausgenutzt wird. 

Einen weiteren Beitrag hierzu liefert der in die maßgeschneiderte Einbauküche integrierte, wandhohe Heizkörper. Damit der vor der entsprechenden Wand zur Verfügung stehende Platz optimal genutzt werden kann, wurde der Radiator ausgespart und umbaut. Er konnte somit ohne sanitäre Umbauarbeiten kostensparend erhalten werden. Durch die intelligente Montage spart auch das Spülbecken wertvollen Platz auf der Arbeitsplatte aus Mineralstoff: Es wurde von unten in die Mineralarbeitsplatte eingehängt.

Die rundum in Weiß gehaltene Einbauküche zeichnet sich durch eine zurückhaltende, zeitlose Optik aus und schafft ein einladend helles, geräumig wirkendes Ambiente. Der aus früherer Zeit vorhandene Fliesenspiegel über der Arbeitsplatte wurde von uns durch ein Altholzbrett aus Eiche ersetzt, das für einen attraktiven Kontrast sorgt und eine dezente visuelle Verbindung zwischen moderner Küche und gemütlichem Altbaucharme schafft.